Als ich vergangenes Jahr noch mit meiner schwangeren Freundin im Urlaub war, ist es dies Jahr mit einem 8 Monaten altem Baby. Viele haben uns gesagt, Camping mit Baby sollte man lieber nicht machen. Wir haben es trotzdem gemacht und haben es nicht bereut.

Es sind immer die selben Argumente die ich hören musste. Die Autofahrt dauert zu lange, das Baby ist die Umgebung nicht gewohnt oder man muss ja so viel mitnehmen. Die Liste der angeblichen Nachteile könnte ich noch lange weiterführen. Natürlich hatte ich ein paar Bedenken wie zum Beispiel die lange Autofahrt. Oder auch, das ein Kind mehr Platz des Kofferraums einnimmt als alle anderen. Doch ein Jahr ohne Campingurlaub gibt es bei mir nicht. Also mussten Lösungen für die „Problemchen“ ran.

In diesem Beitrag erzähle ich euch mal von meinen bzw. unseren Erfahrungen aus unserem Campingurlaub auf Sardinien im September. Wir waren nicht nur mit unserem Baby, sondern auch mit Hund unterwegs.

Gepäck: Was mit muss, muss mit

Wie vor jedem Urlaub mache ich mir bereits Wochen davor Gedanken über das Gepäck. Einen VW Bus haben wir nicht. Noch reisen wir mit einem Kombi (Audi A6 Avant Bj. 2012) auf dem unsere Dachbox Thule Motion 600 befestigt ist. Ohne die Dachbox würde es schon gar nicht gehen. Denn neben dem allgemeinen Campinggepäck kommt auch noch das zusätzliche Gepäck des Baby´s mit. Und das ist nicht gerade wenig, zumindest bei uns. Neben dem Reisebett haben wir auch für den Kleinen eine zusätzliche Reisebett-Matratze mitgenommen. Jede Menge Spielzeug und auch ein zusätzlicher Stuhl mit Reisesitz musste mit. Oben drauf war ja unser Hund mit dabei. Der braucht zum Glück nicht so viel.

Die Autofahrt mit Baby

Wir haben eigentlich das Glück, das unser Finn keine Probleme mit dem Auto fahren hat. Etwas längere Strecken hatte er schon hinter sich. Doch eines was ich mit Sicherheit nie wieder anders machen werde ist, in der Nacht fahren. Das Baby hat seinen regulären Schlaf und wir unsere „Ruhe“. Natürlich ist eine Nachtfahrt nicht für jedermann etwas. Doch wer Camping mit Baby machen möchte, dem kann ich das nur empfehlen.

Wir sind etwa um 20 Uhr in Richtung Sardinien aufgebrochen. Denn am nächsten Morgen um 8:30 Uhr ging die Fähre von Livorno nach Olbia. Bis auf ein mal ist er aufgewacht, da mussten wir aber auch tanken. So konnten wir flüssig die Strecke fahren. Kurz vor Livorno ist Finn zwar aufgewacht, hat sich aber gut beschäftigen können.

Fähre und Baby?

Um 8 Uhr in der Früh durften wir endlich auf die Fähre fahren. Ich kannte die Prozedur bei den großen Fähren von Moby Lines, doch wirklich daran gedacht habe ich nicht. Packt alles zusammen was ihr für die Fähre braucht und legt es irgendwo hin, wo ihr es nehmen könnt sobald ihr in der Fähre geparkt habt. Der „freundliche“ Arbeiter auf der Fähre hat alle Autos, inklusive uns, mit einem Spielraum von ein paar Zentimeter eingewiesen. So sind nicht nur wir kaum aus dem Auto gekommen, sondern auch das Baby und vor allem der Hund. Besser haben wir das natürlich auf der Rückfahrt gemacht. Auto parken, Türen auf, alle Raus und ab in die Kabine.

Baby auf der Fähre

Auf einer Fähre ist die Kabine mit einem Baby sinnvoll.

Ja, eine Kabine. Die hat uns zwar pro Fahrt etwa 80 Euro gekostet aber ich werde sie immer wieder buchen. Mit einem Baby hat man sonst kaum Möglichkeiten auf dem Schiff zu schlafen. Zum andern ist es auch für mich selbst viel angenehmer, nach einer langen Autofahrt in einem recht bequemen Bett schlafen zu können.

Den richtigen Campingplatz suchen

Als wir dann auf Sardinien in Olbia angekommen sind haben wir uns einen Campingplatz in der Nähe ausgesucht. Da hat man auch schon gemerkt, dass der kleine keine Lust mehr auf Kindersitz hatte. Etwa 25 Minuten südlich haben wir uns dann den Campingplatz Ermosa ausgesucht. Hier ist zwar Camping mit Baby und Kind nicht unbedingt geeignet, aber immerhin sind Hunde erlaubt.

Babybeschäftigung im Urlaub

Baby´s finden alles Mögliche mit dem sie sich beschäftigen können.

Ein Kinderfreundlicher Campingplatz war für uns auch nicht so ausschlaggebend. Denn der kleine braucht noch keinen Spielplatz oder anderweitige Beschäftigungsmöglichkeiten. Sein Spielzeug war dabei, einen Strand gab es auch um die Ecke und für alles andere wäre er meiner Meinung nach einfach noch zu klein. Vielmehr ist es wichtig einen Campingplatz zu finden auf dem es ein Wickelraum oder Baby-Badewanne gibt. Somit ersparrt man sich wieder Gepäck wie zum Beispiel eine faltbare Badewanne.

Wir wollten einen Campingplatz ohne viel Tam Tam sondern einer der schlicht und einfach ist und am besten in der Natur liegt. Hier kommen dann nicht nur wir besser zur Ruhe sondern auch das Baby. Für uns mag die Natur auch schon fast normal zu erscheinen. Ein Baby dagegen ist fasziniert davon und will vieles entdecken. Sei es die Wiese, der feine Sandstrand, Bäume, Blumen oder das Wellenrauschen. Für die meisten Babys alles Dinge die es zum ersten mal fühlt oder hört. Alles besser als ein Campingplatz in Stadtnähe oder überfüllt mit Freizeitangeboten. Wenn das Baby mal zum Kleinkind wird, ist das natürlich wieder eine andere Sache.

Beschäftigungen

Beim Camping mit Baby möchte man selbst auch mal seine „Ruhe“ haben. Die hatten wir kaum aber dafür wesentlich mehr als zu Hause. Eine Picknick-Decke auf den Boden, Spielzeug drauf und schon ist das Baby für eine längere Zeit beschäftigt. Unser kleiner Finn konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht laufen. Dafür flott krabbeln und auch an Möbeln hochziehen. Besonders der Campingtisch und die Campingstühle waren sein Spielplatz. Am Abend dagegen war er viel im Zelt unterwegs. Sei es am Kühlschrank den Deckel auf und zu machen, auf der Luftmatratze krabbeln oder mit der Campinglampe spielen, alles ist gut genug für die Beschäftigung eines Babys.

Mit dem Baby an den Strand

Man braucht sich also nicht so viel Gedanken machen ob man genug Spielzeug im Gepäck hat. Babys interessieren sich für alles. Was Finn besonders gefallen hat war der Strand. Die meiste Zeit in der Strandmuschel, war er mit dem Sand beschäftigt. Zwar ist hier vorsicht geboten da die Babys ja auch alles in den Mund nehmen müssen (besonders Muscheln), aber mit Geschick hat auch das Baby am Strand seinen Spaß. Und wenn die Mittagssonne weg ist, kann es auch ans Meer im Wasser spielen gehen. Wichtig ist viel Schatten, Kleidung und Sonnencreme.

Baby am Meer

Auch ein Baby kann am Meer seinen Spaß haben.

Baby und Wandern?

Obwohl wir selbst gerne Wandern, geht das mit einem Baby leider nicht so einfach. Wir hatten zwar einen Kinderwagen als auch eine Tragerucksack dabei, doch der kleine hatte nicht wirklich Lust darauf. Auch ist es immer ein Problem mit dem Schatten. Den gibt ein Kinderwagen und auch der Tragerucksack nicht wirklich her. Daher fanden in unserem Campingurlaub keine Wanderungen statt.

Fazit: Camping mit Baby? Immer wieder

Als wir von unserem Urlaub wieder nach Hause gekommen sind, konnte ich recht stolz von dem schönen und auch einfachen Urlaub erzählen. Camping mit Baby ist gar nicht so schlimm wie viele denken. Natürlich benötigt es viel Platz und auch Geduld. Doch mit dem richtigen Timing bei der Autofahrt, einem ruhigen naturnahen Campingplatz mit Strand kann der Campingurlaub mit Baby unvergesslich werden. Nächstes Jahr wird garantiert der nächste kommen.

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