Beim Camping kann mehr schief gehen als man denkt. Gerade wer mit Kinder unterwegs ist, muss den Campingurlaub planen. Damit keine böse Überraschungen auftauchen, hier mal meine Erfahrung und Vorgehensweise wie ich unseren Urlaub Jahr für Jahr plane.

Den ersten Campingurlaub planen

Ganze vier Millionen Menschen aus Deutschland gehen jedes Jahr zum Campen. Sei es mit Zelt, Wohnwagen oder einem Wohnmobil. Gehen Jugendliche mit einem Zelt, Schlafsack und einen Campingkocher in den Urlaub, benötigt es mit Kind und/oder Hund schon einiges mehr. Gerade junge Familien gehen gerne Campen, da es meist günstiger ist als ein Strandhotel oder einer Ferienwohnung. Doch was braucht man für den ersten Campingurlaub, welche Ausrüstung, wohin soll es gehen? Jede menge Fragen auf die gleich Antworten kommen werden.

Meinen ersten Campingurlaub war natürlich der, mit meinen Eltern. Damals sieben Jahre alt, ging es mit einem Volkswagen T3 nach Bibbona, nahe Livorno/Pisa. Seither war ich jedes Jahr mindestens einmal campen. Nun, seit drei Jahren geht es mit meiner Freundin in den Campingurlaub, und seit 1,5 Jahren auch mit meinen kleinen Sohn Finn sowie unserem Hund Cooper. Ganz so planlos wie meine Eltern möchte ich nicht gerade in den Urlaub fahren. Daher wird jeder Campingurlaub, egal ob nur ein paar Tage, immer schön geplant. Dieser Beitrag soll keine Standardbröschüre für eine beispielslose Planung eines Campingurlaubs sein, sondern widerspiegelt meine Erfahrung sowie Meinung.

Wohin soll es gehen?

Camping mit Baby

Genau da will ich hin! Den richtigen Campingplatz soll gut gewählt sein.

Wenn ich mit meine Freundin einen Campingurlaub planen tuh, ist die erste Frage immer, Wohin? Ich denke das macht jeder automatisch und träumt zum Beispiel an einen schönen Sandstrand auf Sardinien oder felsige Klippen in Kroatien. Doch auch spielt der Zeitpunkt eine wichtige Rolle. Ist es Anfang Juni noch zu kalt in Italien ins Meer baden zu gehen, ist es in Spanien schon möglich. Auch lässt sich im September am Mittelmeer noch einige Orte finden, wo es die 30 Grad Temperaturen hat. An der Nord- und Ostsee sind solche Temperaturen mehr eine Ausnahme. Sowohl die Zeit als auch der Ort entscheidet die Wahl für das Urlaubsland.

Stadt, Strand oder Wandern?

Das Wetter spielt bei Wanderer weniger eine Rolle. Hier möchte man vielleicht mehr die Alpen erkunden oder die Toskana. So sei es dem Wettergott verziehen, wenn es mal „nur“ 25 Grad hat. Viele wollen auch im Campingurlaub Städte anschauen gehen. Gerade in Italien sind Ausflüge nach Rom, Florenz, Piza, Venedig, Mailand und viele andere bekannte Städte ein beliebtes Ziel für einen Campingurlaub. Je nach Vorlieben für Aktivität muss gezielt nach einem passenden Ort gesucht werden.

Campingplatz suchen und finden

Campingplatz Ermosa

Freie Platzwahl oder lieber parzellierte Plätze?

Die Wahl des richtigen Campingplatzes ist ausschlaggebend für einen angenehmen Aufenthalt. Meine Eltern fahren meistens spontan in eine Region wo das Wetter gut ist, holen den Campinführer raus und schauen, wo der nächste Campingplatz ist. Trifft die Beschreibung zu, geht die Fahrt dorthin. An diese Zeiten kann ich mich noch gut erinnern. Immerhin mussten wir ja überall mit hin. Doch letztendlich wollten wir immer auf den gleichen Platz, Camp Kovacine auf Cres in Kroatien. Gut zehn Jahre lang konnten wir (ich und meine 4 Geschwister) unsere Eltern davon überzeugen bis halt irgendwann Schluss war.

Heute bin ich genau das Gegenteil meiner Eltern. Ich suche schon lange vor dem Urlaub den passenden Campingplatz heraus. Das hat mehrere Gründe. Zum Beispiel kann ich es nicht leiden, wenn Sanitäre Einrichtungen veraltet und dreckig sind. Genauso bevorzuge ich eine freie Platzwahl und weniger parzellierte Plätze. Und seitdem ich ein Sohn habe, muss es auch einen Spielplatz etc. geben. Achja, ein Hund ist auch dabei, dann muss der Campingplatz hundefreundlich sein und ein Hundestrand darf auch nicht fehlen. Fahre ich nun spontan an einen Campingplatz wie meine Eltern, wäre ich womöglich drei Tage damit beschäftigt den richtigen Platz zu finden. Daher suche ich mir ein paar schon vor dem Campingurlaub aus.

Campingplatz Reservieren?

Beim Campingurlaub planen würde ich von Reiseagenturen oder auf die direkte Reservierung auf dem Campinplatz verzichten. Bei Agenturen ist man meistens wie bei Hotels auch an Zeiten und Ort gebunden. Beim Reservieren ist es ein großer Nachteil, das man den Platz eigentlich gar nicht kennt. Es sei denn, man war schon einmal dort und genau der Stellplatz hat einem gefallen. Bei einigen Campingplätzen muss man sogar reservieren. Als gutes Beispiel finde ich dem Campingplatz Jesolo Internationale bei Venedig. Recht teuer, top gepflegt und jede Menge Inklusive (zum Beispiel das Aqualandia), bekommt man in der Hauptsaison ohne Reservierung keinen Platz mehr. Selbst in der Nebensaison sind fast alle Plätze belegt.

Ausrüstung prüfen oder anschaffen

Wer seinen Campingurlaub planen möchte kommt um die Ausrüstung genauswo wenig herum. Wenn sie bereits vorhanden ist, sollte sie auf Mängel geprüft werden. Ist es der erste Campingurlaub, muss sie vollständig angeschafft werden. Und ja, je nach Anzahl der Reisenden kann das schon etwas teuer werden. Selbst wenn man bei günstigen Hersteller kauft, kommen locker mal über 500 Euro zusammen. Natürlich rede ich hier vom Zelten. Denn hier benötigt es neben dem Zelt auch einen Tisch, Stühle, Kühlschrank, Küche, Luftmatratze, Stromstecker und vieles mehr. Hier gibt es mal eine grobe Liste der Erstausstattung sowie unsere Campingausstattung.

Für unsere Erstausstattung vor rund drei Jahren haben wir in etwa 750 Euro bezahlt. Allerdings haben wir uns ein größeres, aber günstiges Tunnelzelt gegönnt und zum anderen auch eine komplette Küche mit Möbel. Aus Platzgründen haben wir aber auch eine Gasflasche verzichtet und einen Elektroherd benutzt.

Transport

Zur Ausrüstung gehört auch die Transportmöglichkeit. Wer mit einem Transporter wie dem VW T6 in den Urlaub fährt, einen Zeltanhänger hat oder gleich mit dem Wohnwagen unterwegs ist, wird weniger Platzprobleme haben als nur mit dem Auto. Für Anfänger empfehle ich daher schon Tage vor den eigentlichen Campingurlaub das Auto mal testweise voll beladen. So wird es sicher keine Überraschungen am Anfahrtstag geben. Vor allem wenn man beispielsweise pünktlich bei der Fähre sein muss.

Wir selber fahren zwar mit einem recht großen Kombi (Audi A6 Avant) in den Urlaub, da wir aber Baby und Hund an Board haben ist auf dem Dach noch eine größere Dachbox montiert. Doch selbst mit der haben wir ein vollgepackten Kofferraum.

Campingurlaub planen: Ausweise, Vignetten

Neben der eigentlichen Campingausrüstung dürfen auch nicht die Ausweise vergessen werden. Nicht nur die von den Kinder, auch der EU-Heimtierpass für den Hund. Der, genauso wie die Leine und Maulkorb ist zum Beispiel in Italien pflicht (Hunde in Italien). Von Deutschland aus kommen wird man über die Schweiz oder über Österreich an das Mittelmeer fahren. Dort werden die klassischen Vignetten fällig. Um Zeit und Stress zu sparen, empfiehlt es sich diese bereits zu kaufen. Erhältlich sind die bei Automobilclubs wie dem ADAC.

Mautstation auf der Autobahn in Italien

So sieht eine Mautstation auf der Autobahn in Italien aus.

In Italien dagegen gibt es Zahlstationen. Eines kann ich euch sagen, das ist die Hölle, gerade in der Hauptsaison. Nicht selten steht man an einer Zahlstelle eine halbe Stunde im Stau. Egal ob man Bar, mir Kreditkarte oder der ViaCard zahlen möchte. Ein kleiner Tipp am rande: Wenn etwas Geld dafür vorhanden ist, leiht euch bei Tolltickets den Telepass. Das ist ein kleines Gerät welches an die Windschutzscheibe angebracht wird und man kann damit einfach durch die Station fahren. Spart Zeit und jede menge Nerven! Zwar kostet der Telepass eine einmalige Gebühr von 4,50 Euro sowie auf die Autobahngebühr eine Servicegebühr, doch lohnen tut sich das in meinen Augen schon.

Endlich geht es in den Urlaub

Ist das Ziel, also der erste Campingplatz definiert, die Ausrüstung erfolgreich im Auto verstaut, kann es endlich in den Urlaub gehen. Je nach Wohnsitz kann die Fahrt in den Campingurlaub durchaus lange sein. Reisende mit Babys und Kinder empfehle ich nur Abends/Nachts zu fahren. Für den Fahrer kann das durchaus eine Herausforderung sein, doch immernoch besser als quängelnde Kinder auf der Rückbank.

Auch sollte für ein ordentliches Proviant gesorgt sein. Autobahnraststätten sind recht teuer und es gibt auch nicht immer das passende. Bevor aber nur Süßigkeiten im Rucksack landen, darf es ruhig frisches Obst und Gemüse sein. Auch ein Vesperbrot kann zur jeder Tageszeit verschlungen werden. Und nicht vergessen, genug Getränke mitzunehmen.

Fazit: Keine Überraschungen

Beim Campingurlaub planen kann nicht viel schief gehen. Eigentlich muss man sich nur die W-Fragen (nicht alle) durch den Kopf gehen lassen: Wohin (Land/Campingplatz), Wer (Kind/Hund), Wann (Jahreszeit/Schulferien), Wie (Auto mit Dachbox/Wohnwagen). Natürlich ist die richtige Campingausrüstung ein wichtiger Bestandteil und hier sollte auch nichts vergessen werden.

Zum Schluss noch ein paar relevante und vielleicht hilfreiche Beiträge:

 

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